Jesus Christ Superstar in Concert
Deutsches Theater am 04. April 2026 - 14 Uhr
Ostersamstag – früher Nachmittag. Eine eher ungewöhnliche Zeit für einen Besuch im Deutschen Theater in München – und doch könnte sie nicht besser gewählt sein als gerade heute. Der große Theatersaal war gut besucht, wenn auch nicht ausverkauft. In München liegt das oft daran, wenn dabeisteht: in englischer Sprache. Auch bei konzertanten Stücken, also ohne großartiges Bühnenbild, sind manche Fans nicht dabei. Doch heute zeigte sich wieder einmal: Ein solches Stück mit so einer unfassbar großartigen Cast (hier sucht man noch nach unbekannten Superlativen) braucht nichts als eine fantastische Band, in diesem Fall mit 11 Musikern, und eine Bühne. Dies alles unter der Regie und Produktion eines Mannes, der sich im Musicalbereich ebenfalls einen Namen gemacht hat:
Lukas Perman. Sein Konzept ging mehr als auf. Ebenfalls die Choreografie von Linda Hold. Einfach perfekt.
Als Untermalung sah man im Hintergrund passende Fotos und Stimmungsbilder. Auf der Bühne im hinteren Bereich zeigt die Band, wie man eine Rockoper in den Saal bringt und die Stimmen der Darsteller hervorhebt. Im vorderen Bereich lag das Kreuz, nicht aus Holz, eher wie gemacht aus zwei Stahlgerüste einer Bühne.
Bereits nach dem ersten Lied nach der Ouvertüre „Heaven on their Minds“, gesungen von
Serkan Kaya (Judas), verfiel das Publikum in einen Beifallsrausch. Was für eine Stimme! Was für ein Ausdruck! Serkan Kaya ist eine Offenbarung in dieser Rolle und macht jede Szene zu einem Highlight. Drew Sarich musste nach dem 2. Lied im 2. Akt (Gethsemane) erst einmal abwarten bis es weitergehen konnte, da hier die Gäste im Zuschauerraum das erste Mal standen, applaudierten und riefen. In der Sterbeszene am Kreuz wurde es still im Saal. Man hätte eine Nadel fallen hören können. Jesus am Kreuz, leidend, seine letzten Worte sprechend – viele Minuten lang. Im Deutschen Theater konnte man nicht mal ein Husten hören. Was für eine Schauspielkunst! Lilian Klebow kennen sicherlich die meisten nur aus dem Fernsehen. Doch sie kann so viel mehr. Mit ihrer sanften und klaren Stimme verlieh sie Maria Magdalena Würde, Feingefühl und Persönlichkeit. Endlich mal wieder Thomas Borchert, der sich in die Riege der unfassbaren hohen Kunst des Abends einreihte. Pilatus, der Mörder und doch auch der Zweifler. Die Rolle nahm man im ab, ohne Wenn und Aber. Andreas Kammerzelt (Kaiaphas) beeindruckte mit seiner tiefen, unverkennbaren Stimme, wie man ihn selten auf einer Bühne hört. Vincent Bueno (Simon) brachte jeden mit seiner Stimme zum Träumen. Sicher, die Szene mit Georgij Makazaria (Herodes) zusammen mit 3 Skihaserln vor einem Bild im Skigebiet war nun nicht wirklich der Zeit gemäß, aber bereits am Anfang wurde mit einem Schriftzug darauf hingewiesen, dass dies, was vor über 2000 Jahren geschehen ist, auch heute geschehen kann (bzw. geschieht), oder irgendwann in der Zukunft möglich ist. Herodes´Song war auf alle Fälle ein wichtiger Part der Aufführung.
Jeder, ohne Ausnahme, war stimmlich und in der Umsetzung seiner Rolle sensationell. Die Kostüme, bzw. das Kostüm, war in den meisten Fällen ein schwarzer Overall. Bei den Priestern, auch in Schwarz, ein langer Mantel.
Von der ersten bis zur letzten Sekunde war diese Aufführung wohl das Beste, was man sich auf der Bühne wünschen kann. Das Publikum und die Cast feierte lange, keiner wollte gehen. Das Gefühl, etwas besonderes erlebt zu haben, innerlich glücklich zu sein, wird immer wieder, wenn man auf diese Inszenierung zurückdenkt, erneut da sein.
Leider war der Ton für das Publikum oft zu laut (bei einer Rockoper umso mehr) und in den hinteren Reihen kaum was zu verstehen. Wir raten immer wieder: Nehmt Gehörschutz mit. Einfache Stöpsel für „Abundzu-Konzert-Geher“ und Gute aus einem Musikhaus (Die kosten auch nicht die Welt). Dieses kleine Utensil macht den Genuss zum Genuss und auch das Gehör dankt es euch.
Besetzung am Ostersamstag 14 Uhr:
Jesus – Drew Sarich
Judas – Serkan Kaya
Maria Magdalena – Lilian Klebow
Pilatus – Thomas Borchert
Herodes – Georgij Makazaria
Simon – Vincent Bueno
Kaiaphas - Andreas Kammerzelt
Annas – Ivo Giacomozzi
Peter – Lukas Weinberger
Priester – Georg Leskovich
Priester – Henrik Sehnert
Soulgirl – Linda Hold
Soulgirl – Cornelia Mooswalder
Soulgirl – Barbara Safaverdi-Gall
Konzept, Produktion und Regie: Lukas Perman
Staging, Choreografie: Linda Hold
Die Musikalische Leitung hatte Christan Frank
Originaltexte: Tim Rice – Musik von Andrew Lloyd Webber – Erstaufführung 1971
Am heutigen Tag sind nur für den 05.04. und 06.04.2026 in Wien Termine bekannt, welche bereits restlos ausverkauft sind.
Video des Schlussapplauses auf Youtube
Fotogalerie vom Ostersamstag
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© Der Musikjournalist – Erika Urban // Irrtümer und Änderungen vorbehalten.
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Das Line Up ist komplett und verheißt
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